Carneval Comité Oberlahnstein feierte in ausverkaufter Stadthalle ein Super-Festival der Männerballetts!
Langendernbach Seriensieger
Formation holte sich beim Lahnsteiner Männerballettfestival im sechsten Jahr den fünften Titel - 23 Gruppen mit dabei
Das Carneval Comite Oberlahnstein richtete am vergangenen Freitagabend in der erneut ausverkauften Stadthalle die 15. Auflage ihres über die Landesgrenzen beliebten Männerballettfestivals aus. Die Bordsteinschwälbchen aus Langendernbach wiederholten dabei ihren Vorjahreserfolg in Sachen des tänzerischen Gesamteindrucks.
LAHNSTEIN. Sie hüpften und jubelten auf der Bühne, umarmten sich und ließen ihrer Freude freien Lauf, als seien sie gerade Deutscher Meister geworden. Ihr Fanclub sorgte auf der Stadthallenempore mit Sambapfeifen für ohrenbetäubenden Lärm, während zahlreiche Besucherinnen sich erhoben, um der größten und, laut Juryurteil, an diesem Abend tänzerisch stärksten Gruppe ihre Anerkennung mit Applaus zu zollen. Die "Bordsteinschwälbchen" vom LCV Langendernbach zeigten mit ihren "Pirates of Dance" die gelungenste und sauberste Choreografie und ernteten zu Recht das überhaupt höchst möglichste Traumergebnis von 50,0. Für die Langendernbacher bedeutete dies fünf Mal Platz eins in den letzten sechs Jahren beim Männerballettfestival in Lahnstein.
Auf Platz zwei landeten mit 0,6 Punkten Rückstand mit den Vulkanelfen Niederzissen ebenfalls alte Bekannte am Rhein-Lahn-Eck. Mit ihrem Thema "Robinson Crusoe" erfüllten sie ebenfalls hohe tänzerische Ansprüche und setzten sich gegenüber den anschließend platzierten Gruppen mit zwei Punkten Vorsprung deutlich ab.
Moderatoren ganz römisch
Rom hatte sich das Moderatorenduo als Thema ihrer Kostüme ausgewählt. Festivalleiter Manfred Radermacher als römische Herrin und CCO-Ehrenelferratspräsident und Ex-Prinz Wilfried Röllig als Cäsar begrüßten dabei "Neuzeitgladiatoren" aus 23 Männerballetts, die in der "Stadthallenarena" nicht nur mit tänzerischem Können die Jury für sich begeistern wollten, sondern mit karnevalistischer Wirkung und schönen Kostüme auch um die Gunst der Lahnsteiner Damen buhlten.
Die "Swingin Woodleges" aus Kadenbach versuchten dies als erste Akteure als Handwerker und einem lustigen Bieber. Ebenso wie der KF Blau-Gold Ransbach-Baumbach, der das Dschungelfieber nach Lahnstein brachte, erhielten sie für die bereits fünfte Teilnahme am CCO-Männerballettfestival einen Treuepokal.
Zum ersten Mal dabei war dagegen die "Ententanz-Gruppe" des SV Kripp, die zunächst "Daddy Cool" mit schwarz-goldenen Schlaghosen präsentierten, um anschließend zu "The Rivers of Babylon" den Turmbau von Babel als Menschenturm nachzubauen.
Mit den Clowns des Niederlahnsteiner Carneval Vereins räumten die einzigen Lahnsteiner Vertreter den Pokal für die beste karnevalistische Wirkung ab. Die lustige Truppe eröffnete ihren Tanz mitten im Publikum auf den Tischen stehend und verbreiteten mit ihren bunten Kostümen und ihrer Ausstrahlung auf der Bühne einfach gute Laune. Auf den Plätzen folgten in dieser Disziplin die "Vulkanelfen Niederzissen" und die "Simmerner Käs'cher", die das Thema "Afrika" interpretierten und mit dem 73jährigen Paul Fischer am Kannibalen-Kochtopf den ältesten Teilnehmer des Abends stellten. Sein unverwechselbares Markenzeichen war dabei natürlich der lange weiße Bart, der sich vom schwarz geschminkten Gesicht abhob.
Als schönstes Kostüm wählte das Publikum die "Piratengeister" der KG Sayn - "Sääner Igelschnäuzchen", die rechtzeitig zur Geisterstunde den "Fluch der Karibik" zeigten und bereits zum elften Mal in Lahnstein zu Gast waren.
Überhaupt waren Piratenkostüme die am häufigsten gefragten Kostüme. Gleich drei Gruppen thematisierten die räuberische Seefahrt - wobei die freiwillige Feuerwehr Kemmenau zum Auftakt ihres Tanzes "Freibeuter der sieben Meere" einen eindrucksvollen Einzug mit Schiff und brennenden Fackeln präsentierte.
Einzigartig war an diesem Abend dagegen die Spanische Hofreitschule der Männertanzgruppe "Schabau IBKK Block", die ihre Papp-Pferde auf die Bühne führten. Aber unter anderem auch der Zipfelmützen-Tanz der Blau-Weiß-Goldenen aus Koblenz-Rauenthal, "Schneewittchen und die sieben Zwerge" (Männerballett "Happy Noviand"), die "Cowboys" ("Schne-ckeschubser Irmtraud") und "Sahneschnitten" (KG Gladbach), die "Blues-Brothers" ("Dreamboys Waldbreitbach"), die "Muppets-Show" ("Platschi-Stampers Königstein"), die "Alpengaudi" ("Ki+Ka" Kobern-Gondorf) oder "Chicago" in den 30er-Jahren (Männerballett KV Dreis, Gruppe mit der weitesten Anreise) hatten sich die Männerballetts als Themen ausgesucht. Pech hatten die Tänzer der "Mesenicher Steinräichskäpp", deren extra für das CCO-Männerballettfestival georderten Cheerleaderkostüme nicht rechtzeitig eintrafen. Aber sie ließen sich die Tour nach Lahnstein nicht vermiesen und traten in Polo-Shirts und Shorts auf.
Spaß im Vordergrund
Überhaupt stand bei den meisten teilnehmenden Gruppe die Freude an der Teilnahme und das Wiedersehen mit den anderen Balletts im Vordergrund, wie CCO-Vorsitzender Helmut Hohl zu berichten wusste, der ganz gelassen durch die Aktiven im Stadthallenfoyer schlenderte und sich freute, dass auch in diesem Jahr alles wieder rund lief.
Auf der Bühne hatten dagegen Manfred Radermacher und Wilfried Röllig mehr als 50 Pokale an die Teilnehmer zu verteilen. Zum großen Finale erfolgte auch der Einzug "Seiner Tollität" Gerd I. vom Schwanenschloss und Schutz- göttin Lahno-Rhenania Michaela II.. Beide haben selbst in ihrer karnevalistischen Laufbahn als Mitglied des Männerballetts der Lahnsteiner Feuerwehrwache Süd beziehungsweise der Tanzgarde des CCO tänzerische Erfahrungen gesammelt. Ihr Votum zu den Tanzdarbietungen und Festivalatmosphäre fiel überaus positiv aus.
"Hier steppt der Bär! Wahnsinn, was im Saal los ist", zeigte sich kurz vorher auch Festivalleiter Manfred Radermacher auf der Bühne ganz angetan. "Entweder wird man als König oder als Narr geboren", waren seine schelmischen Eröffnungsworte gewesen. Am Freitagabend waren ganz klar die Narren in der Überzahl und sie alle Gewinner dieses Abends. Text: RLZ Thomas Grebel
Im Detail
Am Rande des Wettbewerbs
"Zimbozola" unterhielt Für die Musik der 15. CCO-Männerballettfestivals sorgte die CCO-Hausband "Zimbozola" mit Bandleader Jürgen Heifft.
Eifrige Helfer
Zahlreiche Mitglieder der Prinzengarde Funken Blau-Weiß, des CCO-Elferrates und der CCO-Tanzgarde übernahmen die Betreuung der insgesamt 23 Gruppen, deren Tänzer vorab auf die Waage mussten. Das größte Durchschnittsgewicht erreichten die Cheerleader der "Bälzer Knorrköpp" Boppard.
Jury mit Schützgöttinnen
Das Urteil fällte eine Jury, die nur so mit "Ex-Lahnos" gespickt war. Annerose Thörmer, Bettina Zeitzem-Hartmann, Angela Schmidt und Martina Güls hatten in den Jahren 1978, 1994, 1996 bzw. 1998 die Mauerkrone der närrischen Lahnsteiner Schützgöttin getragen. Bürgermeisterin Gabi Laschet-Einig, Waltraud Unkelbach von den Möhnen Immerfroh und Marianne Czeschlik komplettierten die Jury.
Seiferts im Einsatz
Während Sebastian Seifert als Mundschenk mit den Tollitäten von Narhalla zu Narhalla reist, leitete Birgit Seifert während der Veranstaltung den CCO-Shop im Foyer, gemeinsam mit der Aktivengruppe "PiCCOlos".
aus: Rhein-Lahn-Zeitung - Ausgabe Bad Ems, Lahnstein vom 06.02.2007, Seite 19.