Ein Blick in die CCO-Vereinsgeschichte
Von Eva Bonn, CCO-Archivarin und Autorin des Buches "Lahnsteiner Fastnacht-Spiegel, Geschichte und Spuren ..." (Auszüge)
Das alte Vereinswappen bis 1970
Das aktuelle Vereinswappen seit Sommer 2000
Entwurf Eva Bonn
Gründung des Vereins
Eine Gruppe lustiger Karnevalisten um die Lahnsteiner Jupp Bodenstein und Peter Noll, die von den Eindrücken des gerade erlebten Rosenmontagszuges in Koblenz begeistert waren, ließen am 12. Februar 1934 im Turnerheim (Westallee) die Idee hochleben, einen Verein bzw. eine Gemeinschaft zu gründen, die sich um die Ausrichtung eines regelmäßig stattfindenden Rosenmontagszuges mit Sitzungen und Karnevalsprinz in Oberlahnstein kümmert. Man nannte sich fortan "Karnevalistische Arbeitsgemeinschaft Oberlahnstein".
Das war der erste Vorstand unseres Vereins mit Peter Noll an der Spitze
(Bildmitte, links von ihm sitzt Jupp Bodenstein der bis in die 1970er Jahre eine
Institution im Verein wurde!)
Die 1930er
Die erste "Große Gala-Damensitzung" wurde am 27. Januar 1935 mit 8 Redebeiträgen und 4 Gesangsdarbietungen veranstaltet.
Peter Noll (1. Vorsitzender der Turngemeinde Oberlahnstein und der Karnevalistischen Arbeitsgemeinschaft Oberlahnstein) regierte als erster Prinz Karneval (noch ohne eine Lahno-Rhenania an seiner Seite).
1935 - Peter Noll - der erste Prinz und der erste 1. Vorsitzende unserer Vereinsgeschichte
Der erste Rosenmontagszug war mit 300 Teilnehmern direkt ein großer Erfolg.
Auch 1936 lud man zu zwei Sitzungen ein. Der erste Elferratspräsident hieß Franz Kabalo.
Erstmals regierte auch eine Lahno-Rhenania (Leni Schwedhelm, verh. Gerntke), die mit dem Prinzen Josef Kessler am Schwerdonnerstag im Turnerheimsaal inthronisiert wurde. Die TGO-Prinzengarde, die bereits 1898 gegründet wurde, erlebte seit 1935 wieder neuen Aufschwung und stand für die Tollitäten Spalier.
Der Rosenmontagszug hatte 100 Zugnummern.
1938 wurde erstmals die auch noch heute getragene Lahnokrone verwendet - hergestellt vom Klempnermeister Hans Jäger. Der letzte Rosenmontagszug vor dem Krieg fand 1939. Die Büttenreden befaßten sich in dieser Session mit aktuellen Themen wie der angeordneten Verdunklung und Entrümplung der Speicher.
Die 1940er
Das Buch des Karnevalsverein wurde von 1940-1947 jäh zugeschlagen. Krieg und die damit verbundenen Sorgen, Not, Elend und Leiden ließen keine Gedanken an die Fastnacht zu. Die Turngemeinde Oberlahnstein übernimmt 1949 die Initiative, Prinz Karneval wieder aufleben zu lassen.
1949: Die erste Saalfastanacht mit Prinz, Lahno und TGO-Prinzengarde nach dem Krieg
Die 1950er
Ab 1950 wurde die Fassenacht wieder so richtig organisiert. Die Sitzungsbesucher mußten zwar Holz und Briketts zum Heizen in den Saal mitbringen, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch - man war hungrig, nicht nur was das Essen betraf, sondern auch hungrig nach Unterhaltung und auf die Fastnacht. Das Turnerheim wurde bis zur dessen Schließung die Heimat des CCO. 82 Personen trugen sich in den ersten Jahren als Mitglieder ein (1950-54). Viele sind dem Verein auch heute noch treu geblieben.
Am 26. März 1952 wurde ein erster offizieller Vorstand gewählt.
Eine Art "endgültige Gründungsversammlung" unter der Leitung von Willi Eltgen wurde am 23.7.1956 im "Kaiserhof" einberufen, denen 30 Personen gefolgt waren. Danach wurden die Mitglieder am 20.08.1956 zu einer ersten Versammlung eingeladen mit den Begrüßungsworten: "... ja, ja aus dem losen Gebilde ist nun ein Verein geworden". Seitdem ist das CCO ein „e.V."
Diesem nun genanntem CCO e. V. stand fortan als 1. Vorsitzender der
spätere Lahnsteiner Ehrenbürger Ernst Wagner an.
Die 1960er
Aufgrund der Flutkatastrophe an der Nordseeküste im Jahre 1962 wollte man nicht groß feiern. So feierte man die Prinzeneinführung im Rittersaal der Burg Lahneck im kleinen Kreis.
Bürgermeister Fritz Berlin ging 1964, nachdem er bei der Proklamation seinen Stadtschlüssel abgeben mußte, mit einem Sparschwein von Tisch zu Tisch, um für eine Stadthalle zu sammeln. Prinz Willi Schröder brachte als Geschenk an die Narren das "Kölner Eilemann-Trio" nach Lahnstein. Sie wurden in einer riesigen Kiste auf die Bühne gebracht. 1965 feierte das CCO drei Sitzungen - Toni Dressler, einst Oberlahnsteiner Bürger, wird in Chikago/USA Prinz Karneval 1966.
Die 1970er
Im Zuge der Städtezusammenlegung Ober- und Niederlahnstein ändert das CCO sein Vereinswappen. 1970: Die erste "Zeltfastnacht" wird gefeiert - das Turnerheim ist geschlossen, eine große Ära des Vereins ist beendet. Abermals regiert in Chikago/USA ein ehemaliger Lahnsteiner Bürger als Prinz Karneval: Peter Kern.
1971: Die "Ära Jupp Bodenstein" geht nach 36 Jahren zu Ende - Günter Krämer übernimmt die Präsidentschaft und Bodenstein wird für seine großen Verdienste um das CCO zum Ehrenelferratspräsidenten ernannt.
Endlich hatte man 1973 wieder ein Dach über dem Kopf. Die Sitzung stand unter dem Motto "Karnevalstreiben am Marktbrunnen im alten Lahnstein" und konnte in der noch im Rohbau befindlichen Stadthalle gefeiert werden.
Im Mai 1976 wird Hans Arzheimer zum 1.Vorsitzenden gewählt.
Der Busunternehmer und Ex-Prinz 1970, Hans Arzheimer
leitet den Verein von 1976 bis zum Jubiläum im Jahre 1984
Ernst Wagner, der 20 Jahre die Geschicke des CCO führte, wird Ehrenvorsitzender.
1981 wurde eine Partnerschaft zwischen dem "Ketteringer Carnival Club", Kettering ist die englische Partnerstadt der Stadt Lahnstein, und dem CCO geschlossen.
Abb.: Ernst Wagner - CCO-Ehrenvorsitzender.
Er führte das CCO sicher durch zwei erfolgreiche Jahrzehnte und
prägte den Verein entscheidend mit.
Ernst Wagner war auch Ehrenbürger der Stadt Lahnstein.
Die 1980er
1980 wird Willi Eisenbarth neuer Elferratspräsident. 1983: am 11.11. wird in der Stadthalle eine neue Garde eingekleidet. Es ist die CCO-Garde Rot-Weiß mit Feldartilleriekorps.
1984: Goldenes Jubiläum - 50 Jahre CCO mit großem Festprogramm. Der langjährige Mundschenk Helmut Hohl (und heutiger Vorsitzender) wird Jubiläumsprinz. Mai 1984: Wechsel an der Vereinsspitze - Edi Jäger wird neuer 1. Vorsitzender.
Abb.: Edi Jäger - Vorsitzender 1984-1990.
In seiner Ära verdoppelt sich die Mitgliederschaft und es wird die
Idee des vereinseigenen Geländes zum Bau einer CCO-Wagenbauhalle
vorangetrieben und angeschoben.
Ex-Prinz Edi Jäger ist seinem CCO treu verbunden.
2006 wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
1985: Die 1.Trockensitzung des Vereins findet statt.
1986: Die erste CCO-Vereinszeitung erscheint. Die Redakteure Harald Pfisterer und Eva Bonn veröffentlichen im Juni 1986 die erste "NARRENKAPPE". Diese Zeitung erscheint auch heute noch regelmäßig zweimal im Jahr (das Redaktionsteam wurde 1989 mit Manfred Radermacher verstärkt).
1989: Hans Erich Schmitz übernimmt das Präsidentenamt. Das CCO-Tanzpaar Eveline Hohl und Andreas Leininger wird Rheinland-Pfalz-Meister im Gardepaartanz.
Die 1990er
Im Mai 1990 übergibt Edi Jäger die Vereinsführung an Harald Pfisterer. Er übernimmt einen Verein, der von 241 Mitglieder (Stand Mai 1984) auf 519 Mitglieder (Stand 1990) herangeführt wurde. Zur neuen Mannschaft gehören auch „alte" Vorstandskollegen der Aufbauphase seit 1986: Helmut Hohl und Eva Bonn. Der Verein erlangt die Gemeinnützigkeit und es wird eine neue Satzung verabschiedet.
Die 90er fangen recht bewegt an. Der Rosenmontagszug 1990 ist im wahrsten Sinne des Wortes sehr stürmisch - Orkanartige Regenfälle des Orkans „Wiebke" hätten beinahe die Durchführung verhindert.
1991: 3 Tage nach dem ersten Veranstaltungswochenende wird die Kampagne wie in vielen Städten in Deutschland wegen des ausgebrochenen Golf-Krieges im Irak abgesagt. Nach einem Treffen der Lahnsteiner Vereinsvertreter bei Oberbürgermeister Karl-Heinz Groß am 18.01.1991, wurde beschlossen, die Kampagne sofort abzusagen.
"Die Landesregierung, so OB Groß, habe empfohlen, die Veranstaltungen abzusagen" (Rhein-Lahn-Zeitung, Lahnstein-Teil, 19.01.1991). Mit dieser Entscheidung wurden auch die bereits verkauften Eintrittskarten zurückgegeben.
1992: Es regierte zum erstenmal in der Vereinsgeschichte wegen den genannten Umstände das Prinzenpaar vom Jahr zuvor. Das CCO veranstaltete in jenem Jahr am Fastnachtsamstag nach 1963 wieder einen nun mittlerweile jährlich durchgeführten großen CCO-Kinder- und Jugendumzug mit anfänglich 700 teilnehmenden Kindern (1999 sogar 1.200 Kindern). Deren Organisator ist Helmut Hohl. Es ist der erste Umzug, der durch ganz Lahnstein geht.
1993: Das 1.CCO-Männerballett-Festival sorgt für Begeisterung. Festivalleiter und Initiator ist Manfred Radermacher. Wilfried Röllig wird neuer Elferratspräsident Es fand einer der erfolgreichsten Kampagnen des Vereins statt: über 5.000 CCO-Saalbesucher feiern die CCO-Fastnacht in jenem Jahr.
Im Mai 1993 wird Rudi Reif zum Ehrenmitglied ernannt. Die Einzigartigkeit dieser Auszeichnung wird dadurch unterstrichen, daß das CCO zu diesem Zeitpunkt erst ein einziges Mal diese Ehrung aussprach. Rudi Reif ist der unermüdliche Motor des CCO. Seit den 60ern aktiv dabei, kümmert er sich um die Werbeanzeigen des stetig umfangreicher werdenden Jahrbuches und das Sammeln für den Rosenmontagszug. Als Elferrat erhielt er nach 24 Jahren die Ehrenelferratswürde. Närrische 3 x 11 Jahre übte er dieses Ehrenamt aus (1961-94). Sein Engagement erstreckt sich auch auf das Fastnachtsmuseum und er wirkte mit hunderten von Arbeitsstunden beim Bau der CCO-Wagenbauhalle mit.
Auf Initiative von Albert Krebs wird am 24. Mai 1993 der "Förderkreis zur Vereinsgeschichte" gegründet.
Am 20. und 21. November 1993 wird eine von Eva Bonn organisierte große Ausstellung "60 Jahre CCO - Vereinsgeschichte in Wort und Bild" im Pfarrzentrum Europaplatz eröffnet. 1.300 Besucher aus nah und fern waren begeistert. In der Rhein-Lahn-Zeitung erscheint über die Ausstellung als "Aktuelles Thema" eine ganzseitige Sonderseite. In jenem Jahr wird auch Stephanie Theimer - CCO-Solotanzmariechen - wird Rheinland-Pfalz-Meisterin der Juniorinnen.
1994 wird Martin Michels als 50. Prinz Karneval der Vereinsgeschichte, inthronisiert.
Bei der Jubiläums-Geburtstagsparty "60 Jahre und kein bißchen leise" (60 Jahre CCO) traten Aktive der vergangenen Jahrzehnte auf.
Die Tanzabteilung ertanzte den Titel der Landesmeisterschaft Nordrhein-Westfalen der Juniorengarden.
An Silvester 1999 veranstaltete das CCO gemeinsam mit der Gesellschaftlichen Vereinigung 1924 die Jahrtausend-Gala in der Lahnsteiner Stadthalle und beging mit 500 Gästen den Schritt ins nächste Jahrtausend.
Abb.: Harald Pfisterer führte das CCO von 1990 - 2000
Zum Dank für seine Verdienste wurde er im Mai 2000 von der Mitglieder-
versammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Die 2000er Jahre
Im Mai 2000 übergab Harald Pfisterer die Vereinsführung an den langjährigen Aktiven und Ex-Prinzen Helmut Hohl. Bei der Jahreshauptversammlung wurde Harald Pfisterer von den Mitgliedern zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Eine weitere hohe Ehre erhielt das jahrzehntlange Mitglied und Wagenbauer seit 5 Jahrzehnten, Josef „Eng" Schwan, der mit stehenden Ovationen zum 2. Ehrenmitglied des CCO ernannt wurde. Helmut Hohl blickt auf über 2 Jahrzehnte CCO-Aktivität zurück, ist seit über 10 Jahren für die Ausrichtung des überregionalbekannten Rheinischen Kindertanzfestival des CCO verantwortlich und seit Anbeginn des CCO-Kinder- und Jugendumzuges Zugleiter dieses närrischen Lindwurmes gewesen. Mit einer Gruppe aus Jung und Alt, Erfahrenen und neuen Gesichtern engagiert er sich nun für den ältesten Karnevalverein Lahnstein in forderer Verantwortung.
CCO-Wagenbauhalle
Das CCO hat 6 Umzugswagen zu bauen. Nachdem es jedes Jahr problematischer wurde, eine entsprechende Unterkunft zu bekommen und sogar in bitterer Kälte im Freien gebaut werden mußte, trieb Edi Jäger die Idee voran, eine Vereinshalle zu bauen. Nachdem die Mitgliederversammlung im Mai 1994 "grünes Licht" gab, wurde ein Grundstück in der Max-Schwarz-Straße für einen Hallenbau erworben. Edi Jäger leitete als "CCO-Baumeister" im Juli 1994 den ersten Spatenstich für eine vereinseigene Wagenbauhalle ein (Foto siehe nächste Seite). Die Realisierung der Wagenbauhalle schritt voran: am 24.11.95 wurde Richtfest gefeiert, und 1996 wurden dort die ersten Wagen gebaut. Im Herbst 1998 wurde der zweite Bauabschnitt (Vereinsheim) begonnen.
Im Juni 2007 konnte dann nach langer, langer Bauzeit (13 Jahre darauf gewartet) auch der "Bauabschnitt 3" mit dem dringend benötigtem Vereinsheim mit Werkstatt der Mitgliedschaft überreicht werden.
Juni 1994
ein historischer Tag beim CCO: das Grundstück
für eine spätere Wagenbauhalle mit kleinem Vereinsheim wird erworben
CCO-Wagen- und Bühnenbau
Beim Bühnenbau engagierten sich in den ersten zwei Nachkriegsjahrzehnten Lahnsteiner Handwerksbetriebe. Aber was wäre ein Verein, ohne die vielen ehrenamtlichen Künstler und Helfer? Josef "Eng" Schwan und Rolf Kaiser sind heute noch Namen, die viele Jahre auch in diesem Bereich den Verein mitprägten und herrliche Bühnen und Wagen zauberten. Die vielen Namen der Jahrzehnte zu nennen würde denen, die nicht genannt werden, nicht gerecht werden.
CCO-Fastnachtsmuseum
1996: am 14. September eröffnet das CCO in Anwesenheit des Präsidenten des Regionalverbandes Karnevalist. Korporationen (RKK), Herrn Peter Schmorleiz, und Oberbürgermeister Karl-Heinz Groß, im Martinsschloß mit einem Schloßfest ein vereinseigenes (ehrenamtlich geführtes) Fastnachtsmuseum unter der Leitung von Eva Bonn und Albert Krebs. Es ist von Mai bis Ende Oktober jeden Sonntag für Besucher geöffnet ist.